SV Hellern von 1924 e.V.

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30 Jahre nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksklasse

Großes Wiedersehen der Aufstiegsmannschaft von 1996

Was als fixe Idee bei einem Bier entstand, wurde kurzerhand zu einem Treffen alter Haudegen und schwarz-gelber Legenden: 30 Jahre nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksklasse kam die damalige Meistermannschaft des SV Hellern im TIME OUT wieder zusammen. Bei etlichen Kaltgetränken wurde gefühlt noch einmal jedes Spiel der Saison 1995/96 besprochen – und natürlich jeder der 25 Siege ein weiteres Mal gefeiert.

Der SVH hatte seit 1990 sechs Jahre in der Bezirksklasse gespielt. Im Sommer 1995 folgte dann der besonders bittere Abstieg. Trotz eines siebten Tabellenplatzes musste die Mannschaft aufgrund einer Spielklassenreform des NFV den Gang zurück in die Kreisliga antreten. Entsprechend klar war das Ziel, mit dem das Team unter Trainer Klaus Budde in die Saison 1995/96 startete: der direkte Wiederaufstieg.

Die Spielzeit wurde vor allem durch den Zweikampf an der Tabellenspitze zwischen dem SVH und dem SC Türkgücü Osnabrück geprägt. Der SCT wurde damals vom Ex-VfL Profi Gerd Grau trainiert und galt als absoluter Topfavorit. Der SVH hatte sich im Saisonverlauf bereits ein kleines Polster herausgespielt, musste am 1. Mai 1996 aber noch zu einem Nachholspiel beim direkten Konkurrenten auf dem Klushügel antreten. Mit einem Sieg konnte der SVH den direkten Wiederaufstieg und die Meisterschaft perfekt machen. Klaus Budde per Kopf und Thorsten Höcker mit einem sehenswerten Fernschuss (oder sollte es eine Hereingabe gewesen sein) sorgten für eine 2:0-Pausenführung. Türkgücü setzte in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte und kam zum Anschlusstreffer. Die Antwort des SVH folgte jedoch postwendend: Der brasilianische Angreifer Jorge Alzedir stellte den alten Abstand wieder her. Am Ende feierte der SVH einen 3:1-Auswärtssieg – und damit gleichzeitig die Meisterschaft und den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.

Die Neue Osnabrücker Zeitung titelte damals: „Hellern feiert mit ‚La Ola‘ beim Volksfest auf dem Klushügel“

Eine weitere Besonderheit dieser Saison gab es bereits in der Winterpause. Ausgerechnet beim Spitzenreiter kam es zu einem Trainerwechsel – etwas, das ansonsten eher aus München bekannt ist. Trainer Klaus Budde, im Hauptberuf Richter, folgte beruflich einem Ruf nach Berlin. Für die Rückrunde übernahm Abteilungsleiter Rolf Aßmann die Mannschaft als Spielertrainer. Gemeinsam mit Klaus-Peter Prasse und Lutz Bergsieker gehörte er damals auch dem Fußballvorstand an. Als Libero – eine heute nahezu vergessene Position – hatte Aßmann das Spielgeschehen ohnehin stets vor sich. Und seine Abwehr hatte der langjährige Abwehrchef fest im Griff. Das zeigt auch die Bilanz: In der gesamten Saison kassierte der SVH lediglich eine Niederlage, gegen den SV Eintracht Osnabrück. Ganz verabschiedet hatte sich Klaus Budde trotz seines Umzugs nach Berlin allerdings nicht. Auch in der Rückrunde reiste er zu den Punktspielen am Wochenende regelmäßig zurück nach Osnabrück. Gemeinsam mit seinem Sturmpartner Jorge Alzedir erzielte er mehr als 20 Tore und hatte damit großen Anteil am stärksten Angriff der Liga.Überhaupt waren die 90er-Jahre die Jahre der Brasilianer in Hellern. Uli Witheuper und Kumpel Chary sorgten mit ihren guten Verbindungen nach Brasilien regelmäßig dafür, dass neue Spieler vom Zuckerhut den Weg zum SVH fanden.

Neben der Meisterschaft konnte die Mannschaft in dieser Spielzeit auch in der Halle einen großen Erfolg feiern. Beim traditionsreichen Addi-Vetter-Cup in der damaligen (alten) Schloßwallhalle erreichte der SVH einen starken dritten Platz. Im Halbfinale gegen den Dauerrivalen OSC hatte das Team, trotz deutlich mehr Spielanteile, im 7m Schließen das Nachsehen. Im Spiel um Platz drei setzte sich der SVH dann gegen den SV Eintracht durch und gewann Bronze.

Wiedersehen nach drei Jahrzehnten

Zum Jubiläumstreffen kamen nicht nur zahlreiche Spieler der damaligen Aufstiegsmannschaft. Mit dabei waren auch Ex-Trainer Berni Lampe, Betreuer und Team-Masseur Hans-Ullrich Willmann sowie die damaligen Fußballvorstände Klaus-Peter Prasse und Lutz Bergsieker. Selbstverständlich ließen es sich auch Klaus Budde und Rolf Aßmann nicht nehmen, nach drei Jahrzehnten noch einmal gemeinsam auf die Meisterschaftssaison und die gute alte Zeit zurückzublicken. Nicht dabei sein konnte Jorge Alzedir. Der damalige Sturmpartner von Klaus Budde lebt inzwischen wieder in seiner brasilianischen Heimat.

Beim Blick auf die Mannschaft von damals und heute zeigt sich aber vielleicht die schönste Geschichte dieser Meisterschaft: Auch 30 Jahre später ist ein großer Teil der damaligen Spieler dem SV Hellern und insbesondere der Fußballabteilung weiterhin eng verbunden. Und so ging es beim Wiedersehen nicht nur um Tore, Tabellen und Geschichten aus einer besonderen Saison, sondern vor allem um das, was einen Verein über Jahrzehnte ausmacht: Gemeinschaft, Freundschaften und die Verbundenheit zu Schwarz-Gelb

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